„Der mitbestimmte Algorithmus“: Übersicht über die Jubiläumsveranstaltungen „Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“

Zum Thema „Der mitbestimmte Algorithmus“ findet anlässlich des Jubiläums „Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“ (FST) eine Reihe von Veranstaltungen und Fachdialogen statt, mit denen wir unsere Kriterien zur Gestaltung neuerer digitaler Herausforderungen in der Arbeitswelt zur Diskussion stellen. Mit den neuen Herausforderungen sind jene technischen Innovationen gemeint, die als sogenannte „Künstliche Intelligenz“ bezeichnet werden. Im FST-Projekt „Der mitbestimmte Algorithmus“ verwenden wir die uns passendere Benennung „Algorithmische Steuerungs- und Entscheidungssysteme“. Die Veranstaltungen wenden sich an Frauen und Männer in Betriebs- und Personalräten und Belegschaften, an Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, an Bürgerinnen und Bürger sowie an Personen aus Arbeitgeber- und Wissenschaftszusammenhängen. Hier die Übersicht zu den Tagungen mit den Links zu den Programmangaben und den jeweils unterschiedlichen Anmeldemöglichkeiten :

Online-Veranstaltung am 5. Oktober 2021 für Betriebsräte und Beschäftigte: Einladung von IG Metall Heidelberg und „Forum Soziale Technikgestaltung“ zum Projektstart: Betriebsräte gestalten „intelligente“ Technologien. Link zum Programm und zur Anmeldung.

Offizielle DGB-Veranstaltung am 13. Oktober 2021 für Kolleginnen und Kollegen aus den Gewerkschaften im DGB-Haus in Stuttgart: Einladung von DGB Baden-Württemberg und „Forum Soziale Technikgestaltung zur Tagung „Zukunft Mitbestimmung 2025“. Link zum Programm und zur Anmeldung.

Einladung zur Fachveranstaltung am 19. Okt. 2021 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart anlässlich „Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“: „KI zwischen Mythos und Realität. Gestaltungshorizonte und Gestaltungspotenziale für algorithmische Entscheidungssysteme in Unternehmen und betrieblichen Arbeitswelten“. Link zum Programm.  Link zur Anmeldung.

Einladung zum Fachdialog am 27. Oktober 2021 in Stuttgart zwischen dem „Forum Soziale Technikgestaltung“, dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und Cyber Valley anlässlich „Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“:
„Ethische und soziale Kriterien zur Gestaltung algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme“. Link zum Programm und zur Anmeldung.

Einladung zur Bürger-Diskussion am 29./30. Oktober 2021 in Rottweil in der Veranstaltung des Fritz-Erler-Forums / Friedrich-Ebert-Stiftung Baden-Württemberg, der Evangelischen Kirchengemeinde Rottweil und des „Forum Soziale Technikgestaltung“ – unterstützt vom Netzwerk „Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt“: Der Mensch im Mittelpunkt: IST DIE ,KÜNSTLICHE INTELLIGENZ‘ DIE INTELLIGENZ DER ZUKUNFT? Link zum Programm und zur Anmeldung.

In Vorbereitung: Dachdialog zwischen „Forum Soziale Technikgestaltung“ und einem IT-Unternehmensnetzwerk über algorithmische Systeme und neue Modelle von Gestaltungsdialogen wie etwa moderierte „Spezifikationsdialoge“ (in Vorbereitung)

Einladung zur Tagung für Betriebs- und Personalräte am 24. bis 25. November 2021 in der Evangelischen Akademie Bad Boll: Der demokratisierte Algorithmus – 30 Jahre „Forum Soziale Technikgestaltung. Link zum Programm und zur Anmeldung.

Seien Sie willkommen! Jeweilige Anmeldung vorab ist erforderlich.

Zum Jubiläum „Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“: Grußadresse des DGB-Bundesvorsitzenden Reiner Hoffmann an die Mitglieder des Netzwerkes „Forum Soziale Technikgestaltung“

Liebe Kolleginnen und Kollegen des gewerkschaftlichen Netzwerkes „Forum Soziale Technikgestaltung“ beim DGB Baden-Württemberg,
lieber Welf,

was für eine große ehrenamtliche Leistung: Das „Forum Soziale Technikgestaltung“ wird 30 Jahre alt! Seit dreißig Jahren setzt Ihr Euch für eine Humanisierung digitaler Arbeitswelten ein. Ich möchte Euch im Namen des DGB Bundesvorstandes meinen Dank für Euer Engagement ausdrücken. Ihr habt den Menschen ins Zentrum eines weitreichenden technologischen Wandels gestellt. Ihr setzt Euch für die humane, soziale, ethische und ökologische Gestaltung von Arbeits- und Lebenswelten in Vielfalt ein. Das verdient hohen Respekt und ist zugleich Ermutigung für die Zukunft. Ihr wart und seid Vorreiter in der Gestaltung neuer Online-Arbeitsprozesse. Und diese Fragen werden in den nächsten Jahren noch deutlich an Bedeutung gewinnen.

Als das „Forum Soziale Technikgestaltung“ (FST) am 7. Oktober 1991 im Stuttgarter Gewerkschaftshaus, dem heutigen „Willi-Bleicher-Haus“, gegründet wurde, trafen sich 120 Frauen und Männer aus Beschäftigtenvertretungen und Gewerkschaften. Über dreißig Jahre hinweg ist die Zahl auf über 4.650 Frauen und Männer aus Betriebs- und Personalräten sowie aus Belegschaften angewachsen. Kolleginnen und Kollegen aus Produktion und Dienstleistung, aus Verwaltung und Handwerk, aus Bildungs- und Sozialträgern, aus Kirchen und Wissenschaften führen Erfahrungs- und Fachwissen im Netzwerk zusammen. Rechnet man den demografischen Wandel, die Zugänge und altersbedingten Rückzüge hinzu, so waren in diesem Forum über den genannten Zeitraum rund 8.000 Menschen aktiv. Das ist eine stolze Bilanz. Dafür gilt dem Initiator, Mitbegründer und Leiter des „Forum Soziale Technikgestaltung“, dem Kollegen Welf Schröter, großer Dank und Anerkennung. Er steuert moderierend das Netzwerk immer wieder nach vorne in die aktuellen technologischen Herausforderungen.

Die Gründung des FST wurde von dem damaligen DGB-Landesvorsitzenden Siegfried Pommerenke, dem damaligen IG Metall- Bezirksleiter Walter Riester, dem damaligen Vorsitzenden der GEW Baden-Württemberg Rainer Dahlem und von der damaligen ÖTV-Vorsitzenden Monika Wulf-Mathies unterstützt. Zu den späteren besonderen Vortragsgästen zählten u. a. die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Joseph Weizenbaum, Frieder Naschold, Hajo Braczyk, Hans-Jörg Bullinger, Jutta Rump, Ortwin Renn, Sabine Pfeiffer, Ralf Reichwald, Kira Stein und Constanze Kurz. Zum zehnjährigen Bestehen hielt Berthold Huber, der damalige Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg, die Festrede.

Heute ist der Ansatz des mehrfach ausgezeichneten „Forum Soziale Technikgestaltung“ aktueller und wichtiger denn je. Mit dem herausfordernden Projekt „Der mitbestimmte Algorithmus“ mischt sich das FST selbstbewusst in die Debatte um die Zukunft algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme – auch „Künstliche Intelligenz“ genannt – mit eigenen Anforderungen und Kriterien ein. Das FST ist ein lernendes Netzwerk. Lernend im Sinne eines menschlichen Miteinanders und der Durchsetzung der Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Erwerbssuchenden und Selbstständigen. Dabei gilt das unveränderliche Leitmotiv, dass Technik dem Menschen zu dienen habe und nicht umgekehrt.

Ich wünsche allen Beteiligten des „Forum Soziale Technikgestaltung“ auch weiterhin viel Kraft, Mut und Erfolg. Ich danke Euch sehr für Eure Arbeit, die auch andere zu ermutigen vermag.

Mit herzlichen Grüßen
Reiner Hoffmann
Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes
September 2021

 

Einladung zum Fachworkshop: Ethische und soziale Kriterien zur Gestaltung algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme

Ein Dialog zwischen dem „Forum Soziale Technikgestaltung“ (FST), dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und Cyber Valley anlässlich „Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“

Workshop am 27. Oktober 2021 von 14.30 Uhr bis 18.45 Uhr in den Räumen des Fraunhofer IAO in Stuttgart-Vaihingen

Seit langem arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an mathematisch-technischen Systemen, die die Arbeit des Menschen auf sogenannte „intelligente“ Weise effizienter gestalten und erleichtern sollen. Dabei entstehen auf der Basis von Maschinellem Lernen auch vielfältige Modelle oder Systeme, die unter dem Begriff „Künstliche Intelligenz“ zusammengefasst werden. Im Kern geht es dabei oft um die Frage, wie komplexe Analyseprozesse auf ein digitales algorithmisches System übertragen werden können und nach welchen mathematisierbaren Kriterien diese (Assistenz-)Systeme Entscheidungen treffen sollen.

Das gewerkschaftliche „Forum Soziale Technikgestaltung“ befasst sich seit dreißig Jahren mit der Humanisierung digital gestützter Arbeitswelten. Seit mehreren Jahren entwickelt das FST Kriterien zur Gestaltung algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme. In dem Dialog-Fachworkshop soll der bisherige Stand der FST-Kriterien zur Diskussion gestellt und weiterentwickelt werden. Das FST spricht in Ergänzung zum Begriff „Assistenztechnik“ von der notwendigen Gestaltung der „Delegationstechnik“.

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO entwickelt gemeinsam mit Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen der öffentlichen Hand Strategien, Geschäftsmodelle und Lösungen für die digitale Transformation. Es ist mitverantwortlich für das KI-Fortschrittszentrum »Lernende Systeme«, das durch Technologietransfer die Lücke zwischen KI-Spitzenforschung und der breiten Anwendung in der produzierenden Industrie schließt.

Cyber Valley ist Europas größtes Forschungskonsortium im Bereich der künstlichen Intelligenz mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie. Das Land Baden-Württemberg, die Max-Planck-Gesellschaft mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, die Universitäten Stuttgart und Tübingen sind u.a. die Gründungspartner dieser Initiative. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO ist assoziiert mit Cyber Valley.

Ablauf

14.30 Uhr Begrüßung und Einführung
Ziele des Dialog-Workshops
Welf Schröter, Leiter des Forum Soziale Technikgestaltung beim DGB Baden-Württemberg
Dr. Matthias Tröndle, Cyber Valley, General Manager

14.45 Uhr Vortrag I
Ethische Anforderungen an die Gestaltung von KI-Technologien
PD Dr. Jessica Heesen, Forschungsschwerpunkt Medienethik und Informationstechnik (Leitung), Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, Universität Tübingen

15.15 Uhr Rückfragen

15.30 Uhr Vortrag II
Soziale Kriterien für die Gestaltung algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme zwischen Assistenz- und Delegationstechnik
Welf Schröter, Leiter des „Forum Soziale Technikgestaltung“, Mitbegründer der „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“

16.00 Uhr Rückfragen

16.15 Uhr Kaffeepause

16.40 Uhr Vortrag III
Anforderungen an die Entwicklung von KI-Systemen
Dr. Matthias Peissner, Leiter Forschungsbereich Mensch-Technik-Interaktion, Fraunhofer IAO, Partner im Cyber Valley

17.10 Uhr Nachfragen

17.25 Uhr Vortrag IV
Die Gestaltung von KI-Systemen aus betriebsrätlicher Perspektive
Monika Heim, Festo SE & Co. KG, Betriebsrat Esslingen

17.55 Rückfragen

18.10 Uhr Moderierte Plenumsdiskussion der Vortragenden und Teilnehmenden
Moderation: Patrick Klügel, Cyber Valley, Public Engagement Manager

18.45 Uhr Ende der Veranstaltung

Eintritt frei. Anmeldung erforderlich bei: Welf Schröter schroeter@talheimer.de

 

Einladung zur Tagung für Betriebs- und Personalräte „Der demokratisierte Algorithmus“

Einladung zur Tagung „Der demokratisierte Algorithmus“ – 30 Jahre „Forum Soziale Technikgestaltung“ am 24. bis 25. November 2021 in der Evangelischen Akademie Bad Boll

Im Prozess der digitalen Veränderungen der Arbeitswelt müssen Perspektiven immer wieder neu überprüft werden. Die Fachtagung zum Jubiläum des Netzwerks „Forum Soziale Technikgestaltung“ bietet dazu sozialwissenschaftliche Expertise und reichlich Gelegenheit zur gemeinsamen Diskussion. Die Soziologin Prof. Dr. Sabine Pfeiffer zeigt im Eröffnungsvortrag, wie ökonomische Beweggründe die digitalen Veränderungen antreiben: „Digitalisierung als Distributivkraft – Über das Neue am digitalen Kapitalismus“. Welf Schröter analysiert in seinem Beitrag die Fragen: Wo stehen wir im Projekt „Der mitbestimmte Algorithmus“? Wie gelingt die partizipative Mitwirkung von Beschäftigten? Wie geht der Weg weiter zum „Demokratisierten Algorithmus“? Dr. Bettina-Johanna Krings vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse vermittelt in ihrem Beitrag Einblicke aus einem aktuellen Projekt zu ethischen Kriterien bei der Gestaltung von „Künstlicher Intelligenz“. – Die Jubiläumstagung will vor allem Betriebs- und Personalräte zur Diskussion einladen und Impulse vermitteln, wie das Ziel einer mitbestimmten und demokratisierten Arbeitswelt vorangebracht wird.

Link zum Tagungsflyer und Link zur Programm-WebSite der Evang. Akademie Bad Boll

Programm

Mittwoch, 24. November 2021

13:00 Uhr Ankunft in der Evangelischen Akademie Bad Boll, Zimmerbezug, Willkommenskaffee

14:00 Uhr Einführung Auf dem Weg zum „demokratisierten Algorithmus“ – 30 Jahre „Forum Soziale Technikgestaltung“ – Partner der Evangelischen Akademie Bad Boll
Begrüßung durch Karl-Ulrich Gscheidle, Wirtschafts- und Sozialpfarrer Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA)

14:15 Uhr Vortrag Digitalisierung als Distributivkraft – Über das Neue am digitalen Kapitalismus
Prof. Dr. Sabine Pfeiffer, Lehrstuhl für Soziologie (Technik-Arbeit-Gesellschaft), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

15:00 Uhr Rückfragen

15:15 Uhr Vortrag Zukunft der Arbeit und Erweiterung der Mitbestimmung: Das Projekt „Der mitbestimmte Algorithmus“ des „Forum Soziale Technikgestaltung“
Welf Schröter, Mitbegründer und Leiter des „Forum Soziale Technikgestaltung“, Mitbegründer der „Allianz 4.0 Baden-Württemberg“, Projekt PROTIS-BIT, Projekt „KARL“, Redaktion „Latenz“

16:00 Uhr Rückfragen

16:15 Uhr Kaffeepause

16:45 Uhr Parallele Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppe 1: Digitaler Kapitalismus (Karl-Ulrich Gscheidle)
Arbeitsgruppe 2: Der mitbestimmte Algorithmus (Welf Schröter)

18:00 Uhr Abendessen

19:30 Uhr Erinnerungen an dreißig Jahre „Forum Soziale Technikgestaltung“
Im Gespräch mit Welf Schröter und den Gästen Ulrike Zenke (IG Metall Heidelberg, Mitbegründerin des Betriebsräte-Netzwerkes ZIMT) und Michael Schwemmle (damals Deutsche Postgewerkschaft, dann ver.di und langjähriger Geschäftsführer der Input Consulting). Moderation: Karl-Ulrich Gscheidle

Donnerstag, 25. November 2021

08:00 Uhr Morgenimpuls

08:20 Uhr Frühstück

09:00 Uhr Einführung in den Tag – Ergebnisse der Diskussionen vom Vortag
Karl-Ulrich Gscheidle, Welf Schröter

09:20 Uhr Ethische Kriterien zur Gestaltung der „Künstlichen Intelligenz“
Dr. Bettina-Johanna Krings, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Projekt „KARL“

09:50 Uhr Rückfragen

10:00 Uhr Parallele Arbeitsgruppen (Fortsetzung)

10:45 Uhr Kaffeepause

11:00 Uhr Fortsetzung der Arbeitsgruppen

11:45 Uhr Abschlussplenum – Ergebnisse der Tagung (Karl-Ulrich Gscheidle, Welf Schröter)

12:30 Uhr Mittagessen / Ende der Tagung

Bitte melden Sie sich bis spätestens 5. November 2021 an unter Link zur Anmeldung
Sie erhalten eine Anmeldebestätigung.

Gesamtpreis/Person: Bei Unterbringung im Einbettzimmer 130,00 €, bei Unterbringung im Zweibettzimmer 112,00 €. Ohne Übernachtung und Frühstück 63,00 €. In allen Preisen ist die gesetzliche Mehrwertsteuer enthalten. Kosten für nicht eingenommene Mahlzeiten werden nicht erstattet. Gäste ohne Übernachtung zahlen das Frühstück an der Rezeption.

 

Einladung zur Tagung „Der Mensch im Mittelpunkt: IST DIE ,KÜNSTLICHE INTELLIGENZ‘ DIE INTELLIGENZ DER ZUKUNFT?“

Der Mensch im Mittelpunkt: IST DIE „KÜNSTLICHE INTELLIGENZ“ DIE INTELLIGENZ DER ZUKUNFT? Dreißig Jahre „Forum Soziale Technikgestaltung“ (1991–2021)

Eine gemeinsame Veranstaltung des Fritz-Erler-Forums / Friedrich-Ebert-Stiftung Baden-Württemberg, der Evangelischen Kirchengemeinde Rottweil und des „Forum Soziale Technikgestaltung“ beim DGB Baden-Württemberg – unterstützt vom Netzwerk „Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt“ – Eine Tagung anlässlich „Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“.

Heilsbringerin oder das Ende der denkenden Menschheit?

„Künstliche Intelligenz“ ist derzeit aus den Digitalisierungsdebatten nicht wegzudenken. Von Mobilität bis Verwaltung, von Smartphone bis Rechenzentrum – die Einsatzgebiete sind mannigfaltig. Aber wovon sprechen wir überhaupt, wenn wir über „Künstliche Intelligenz“ reden? Reden wir wirklich von Intelligenz, ebenbürtig dem geistigen Leis- tungsvermögen des Menschen? Oder sprechen wir eher von
„selbstlernenden“ Computersystemen? Und was leitet sich aus dieser Debatte für unser Verständnis vom menschlichen Denken und Lernen ab? Was sagt das über unser Menschenbild aus? Um sich im Alltag in diesem komplexen Gebiet zu orientieren und sich eine Meinung bilden zu können, muss man weder Programmiererin noch Technik-Nerd sein. Und auf keinen Fall sollte man die Gestaltung der digitalen Zukunft ausschließlich den Technologieexpert_innen überlassen. Digitalisierung ist längst im Alltag angekommen, deshalb muss sie auch von allen gestaltet werden können.

Deshalb möchten wir uns von kompetenten Gesprächspartner_innen informieren lassen, uns im Austausch mit uns und ihnen orientieren und uns so eine kritische Meinung bilden. Wir freuen uns auf Sie!

Link zum Programmflyer

Freitag 29. Oktober 2021

14:30 ANKOMMEN BEI KAFFEE UND KUCHEN

15:00 BEGRÜSSUNG mit Esther Kuhn-Luz, Evangelische Kirchengemeinde Rottweil, Welf Schröter, Forum Soziale Technikgestaltung, Anja Dargatz, Fritz-Erler-Forum

15:15 WER DENKT, WER LENKT? MÖGLCHE ZUKÜNFTE DER AUTONOMIE UND KONTROLLE VON KÜNSTLICHER INTELLIGENZ
Impuls von Dr. Simone Kimpeler & Dipl. Ing. Lorenz Erdmann, Competence Center Foresight am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

15:45 FRAGEN UND DISKUSSION

16:15 OPTIMIERT UND DIGITALISIERT – HERAUSFORDERUNGEN FÜR DAS BILD VOM MENSCHEN
Impuls von Gerhard Maag, Referent im Evangelischen Bildungszentrum Württemberg

16:45 DISKUSSION MIT DEM NEBEN-MENSCH: Was fand ich interessant? Was habe ich nicht verstanden und was möchte ich nachfragen?

17:00 PLENUMSDISKUSSION

18:00 GEMEINSAMES ABENDESSEN

19:00 PHILOSOPHIE TRIFFT ALLTAG Prof. Dr. Klaus Kornwachs, Physiker und Technikphilosoph, im Gespräch mit Anja Dargatz und Esther Kuhn-Luz

MUSIKALISCHE IMPULSE: ROTTWEILER SAXOPHONQUARTETT

20:30 AUSKLANG

21:30 ENDE DER VERANSTALTUNG

Samstag, 30. Oktober 2021

08:30 FREIHEIT UND VERANTWORTUNG: ANMERKUNGEN ZUM REFORMATORISCHEN MENSCHENBILD
EINE MORGENANDACHT mit Esther Kuhn-Luz, Evangelische Kirchengemeinde Rottweil

09:00 BEGRÜSSUNG UND EINFÜHRUNG IN DEN TAG

09:15 DIGITALISIERUNG, BIG DATA & „KI“ – GESCHÄFTSMODELL ODER GESTALTUNGSAUFTRAG?
Vortrag von Prof. Dr. Klaus Kornwachs, Physiker und Technikphilosoph

10:15 DISKUSSION IN ARBEITSGRUPPEN

11:30 PAUSE

11:45 WIE SCHAFFEN WIR ERMUTIGUNG? EMANZIPATION UND SUBJEKT-SEIN IN ZEITEN VON „KÜNSTLICHER INTELLIGENZ“ UND DIGITALISIERUNG
Impuls von Welf Schröter, Forum Soziale Technikgestaltung

GEMEINSAME ABSCHLUSSDEBATTE

13:00 MITTAGESSEN

14:00 ENDE DER VERANSTALTUNG

Anmeldung: https://www.fes.de/lnk/fachtag-digital-rottweil

Veranstaltungsort: Gemeindehaus Evangelische Kirchengemeinde, Johanniterstr. 30, 78268 Rottweil. EINGESCHRÄNKT BARRIEREFREI. Fußweg vom Bahnhof Rottweil, ca. 12 Minuten.

Teilnahmepauschale 30,00 Euro. Stellt der Beitrag ein Hindernis für Sie dar, wenden Sie sich bitte an die Organisator_innen. Übernachtung Im Hotel Sailer www.hotel-sailer.de (ca. 4 min Fußweg zum Gemeindehaus) haben wir ein kleines Kontingent an Zimmern reserviert – bitte buchen Sie dort direkt bis zum 12.09.2021 unter dem Stichwort Friedrich-Ebert-Stiftung. Der Preis pro Zimmer/Nacht beträgt 95,00 Euro. Im Preis enthalten ist ein reichhaltiges Frühstücksbüffet, W-LAN, Service und die gesetzliche Mehrwertsteuer. Kontakt und Organisation: Fritz-Erler-Forum: Daniela Jung email: daniela.jung@fes.de Tel.: 0711 / 24 83 94 – 42.

 

Einladung zur Jubiläumsveranstaltung „Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“: Zukunft Mitbestimmung 2025

Einladung zur offiziellen DGB-Jubiläumsveranstaltung zu „Dreißig Jahre Forum
Soziale Technikgestaltung“ mit dem Thema: „Zukunft Mitbestimmung 2025 – Von der Mitbestimmung über die Anwendung der Technik zur Mitbestimmung in der Gestaltung der Technik“ am Mittwoch 13. Oktober 2021 von 14.00 Uhr bis 19.00 Uhr

Anlässlich des dreißigjährigen Bestehens des ehrenamtlichen Personennetzwerkes „Forum Soziale Technikgestaltung beim DGB Baden-Württemberg“ laden der DGB Baden-Württemberg und das „Forum Soziale Technikgestaltung“ zur Jubiläumsveranstaltung ins Willi-Bleicher-Haus nach Stuttgart ein. Nach einem kurzen Rückblick wollen wir vor allem in die Zukunft schauen. Im Zentrum steht die Verknüpfung sozialer Technikgestaltung mit einer zu erweiternden Mitbestimmung. Mit der Veranstaltung „Zukunft Mitbestimmung 2025“ wollen wir diesen Fragen nachgehen: Wie müsste sich Mitbestimmung erweitern und wandeln? Wie müsste sie ermutigt und ausgestattet werden, um auf die zukünftigen Herausforderungen der kommenden Digitalisierungsschübe vorbereitet zu sein? Wie schaffen wir die Mitbestimmung in der Anwendung algorithmischer Entscheidungssysteme? Wie gelingt der „mitbestimmte Algorithmus“? – Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Interessierte sind herzlich willkommen. Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten bei: schroeter@talheimer.de
(Sollte die Pandemie anhalten, wird die Umwandlung der Präsenzveranstaltung in eine Online-Variante geprüft. Die Entscheidung wird Ende September getroffen.)

Programmablauf

Ab 13.00 Uhr Ankommen (get together) mit Begrüßungskaffee

14.00 Uhr Begrüßung und Einführung
Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung beim DGB Baden-Württemberg
Martin Kunzmann, Vorsitzender des DGB Baden-Württemberg

14.25 Uhr Vortrag
Der „mitbestimmte Algorithmus“ – Von der Mitbestimmung über die Anwendung der Technik zur Mitbestimmung in der Gestaltung der Technik 
Welf Schröter, Leiter des Forum Soziale Technikgestaltung, Mitbegründer der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg, Projekt PROTIS-BIT, www.blog-zukunft-der-arbeit.de

15.10 Uhr Rückfragen

15.25 Uhr Vortrag
Die Zukunft der Mitbestimmung in der digitalen Transformation
Dr. Constanze Kurz, Gesamtbetriebsrat Robert Bosch GmbH Stuttgart

15.50 Uhr Rückfragen

16.05 Uhr Kaffeepause

16.25 Uhr Vortrag
Rahmen-Dienstvereinbarung zur Digitalisierung und Verwaltungstransformation
am Beispiel der Landeshauptstadt Stuttgart
Claudia Häussler, Vorsitzende des Gesamtpersonalrats Landeshauptstadt Stuttgart, Chris Purz, Mitglied des Gesamtpersonalrats Landeshauptstadt Stuttgart

16.50 Uhr Rückfragen

17.05 Uhr Vortrag
Das japanische Regierungskonzept „Society 5.0“
Dr. Martin Pohl, Counsellor an der Deutschen Botschaft in Tokio (online aus Tokio zugeschaltet)

17.30 Uhr Rückfragen

17.45 Uhr Vortrag
Gewerkschaftliche Interventionen in die Transformation
der baden-württembergischen Automobilindustrie
Kai Burmeister, IG Metall Bezirk Baden-Württemberg

18.10 Uhr Rückfragen

18.25 Uhr Offene Diskussion

18.50 Uhr Ausblick
Wie geht es weiter mit dem Projekt „Der mitbestimmte Algorithmus“
Welf Schröter, Forum Soziale Technikgestaltung, Projekt PROTIS-BIT

19.00 Uhr Ende

Um Anmeldung wird gebeten bei: schroeter@talheimer.de

 

Einladung zum Online-Projektstart: Betriebsräte gestalten „intelligente“ Technologien

Einladung zum Online-Projektauftakt am 5. Oktober 2021 um 18.00 Uhr „Betriebsräte gestalten „intelligente“ Technologien“. Eine gemeinsame Veranstaltung der IG Metall Heidelberg, des „Forum Soziale Technikgestaltung“, des Betriebsräte-Netzwerkes ZIMT -– anlässlich „Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“.

Auftakt des Projektes „PROTIS-BIT – PROaktive Transferierbare InnovationsStrategien von Betriebsräten zur Beschäftigungssicherung auf der Basis ,Intelligenter‘“ Technologien – Empirische Studie zu Entwicklungspotenzialen und Gestaltungskompetenzen von Betriebsräten“.

Betriebsrätinnen und Betriebsräte sind im derzeitigen Umbau- und Veränderungsprozess mehrfach herausgefordert: Sie müssen zum einen die errungenen sozialen Standards im Vorgang der digitalen Transformation absichern und weiterentwickeln. Zum anderen sind die Akteurinnen und Akteure der Mitbestimmung mit der Frage konfrontiert, wie mit Hilfe und auf der Basis dieser qualitativ neuen Techniken in Gestalt sich selbst verändernder Software-Systeme, die sich von der „nachholenden Digitalisierung“ deutlich unterscheiden, Arbeitsplätze gesichert und neue Beschäftigung geschaffen werden kann. Betriebsräte wollen eigeninitiativ technische Innovationen für neue Produkte, Dienste und Dienstleistungen befördern sowie zugleich soziale Innovationen zur Humanisierung der Arbeitswelten voranbringen.

Zu den großen Herausforderungen gehört die besondere Eigenschaft eines Teils der sich selbst verändernden digitalen Systeme in Produktion, Dienstleistung und Verwaltung, die nach ihrer Implementierung kaum oder nicht mehr gestaltbar sind. Somit muss die soziale Ausgestaltung vorausschauend vor der Implementierung erfolgen. Das „Forum Soziale Technikgestaltung“ bezeichnet dies daher als „vorausschauende Arbeitsgestaltung“ bzw. „vorausschauende Technikgestaltung“.

Seit mehr als zehn Jahren ist im Raum Heidelberg das Betriebsräte-Netzwerk ZIMT aktiv, das von der IG Metall Heidelberg und dem „Forum Soziale Technikgestaltung“ getragen wird. Dieses Netzwerk vermittelt Orientierungswissen und sensibilisiert für Gestaltungsinitiativen. Die in ZIMT versammelten Akteurinnen und Akteure der Mitbestimmung verfügen über ein hohes Maß an Erfahrungswissen und Sachkompetenz. Das neue Projekt „PROTIS-BIT“ soll helfen, Mitbestimmungsakteure zu unterstützen, indem Handlungs- und Orientierungswissen (Praxisbeispiele) erarbeitet und online zur Verfügung gestellt wird. Das Projekt wird gefördert vom Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung I.M.U. (Referat Arbeit und Mitbestimmung) der Hans-Böckler-Stiftung.

Ablauf der Veranstaltung

18.00 Uhr Begrüßung
Ulrike Zenke, IG Metall Heidelberg, Mitbegründerin des Betriebsräte-Netzwerkes ZIMT

18.10 Einführung
Betriebsräte gestalten „intelligente“ Technologien
Mirko Geiger, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidelberg

18.25 Uhr Vortrag I
Impulse der Hans-Böckler-Stiftung für die Praxis der Mitbestimmung
Nils Werner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, I.M.U. – Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung, Referat Arbeit und Mitbestimmung / Praxiswissen Betriebsvereinbarungen

18.45 Uhr Vortrag II
Beschäftigungssicherung auf der Basis ,Intelligenter‘“ Technologien – Projektstart
Welf Schröter, Mitbegründer und Leiter des „Forum Soziale Technikgestaltung“, Mitbegründer der „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ der baden-württembergischen Landesregierung, Mitbegründer des Betriebsräte-Netzwerkes ZIMT

19.15 Uhr Diskussion und Arbeitsgruppen

20.00 Uhr Plenum / Zusammenführung der Ergebnisse

20.30 Uhr Ende der Veranstaltung

Die Veranstaltung findet online statt. Es wird dann ein Zugangslink verschickt. Eine Anmeldung ist erforderlich bei: Welf Schröter schroeter@talheimer.de

 

Einladung zur Veranstaltung „KI zwischen Mythos und Realität“

Einladung zur Veranstaltung „KI zwischen Mythos und Realität: Gestaltungshorizonte und Gestaltungspotenziale für algorithmische Entscheidungssysteme in Unternehmen und betrieblichen Arbeitswelten – Workshop für betriebliche Anwenderinnen und Anwender“

Eine Veranstaltung der „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Forum Soziale Technikgestaltung“ (FST) und dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA sowie mit dem von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekt „PROTIS-BIT“ anlässlich des Jubiläums „30 Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“ (1991–2021)

Termin: 19. Oktober 2021 von 14.00 Uhr bis 18.15 Uhr. Ort: Haus der Wirtschaft Stuttgart, Willi-Bleicher-Straße 19. Anfahrt: https://www.hausderwirtschaft.de/anfahrt

Wie können Sozialpartner die Einführung von „Künstlicher Intelligenz“ und algorithmischen Entscheidungssystemen im Betrieb gestalterisch voranbringen? Wie kann die Stärkung der Gestaltungskompetenz erleichtert werden? – Auf diese Fragen will der Workshop für betriebliche Anwenderinnen und Anwender tendenzielle Antworten aufbereiten. Im Mittelpunkt steht dabei ein Vorschlag des gewerkschaftsnahen „Forum Soziale Technikgestaltung“, der Kriterien für den betrieblichen Umgang mit „lernender“ bzw. sich selbst verändernder Software sowie Impulse für einen erfolgreichen moderierten Spezifikationsdialog enthält. Sie sind eingeladen zu einem offenen Dialog über innovatives Handlungswissen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Link zur Anmeldung.

12.30 Uhr – 14.00 Uhr Imbiss und Get-together

14.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl, Institutsleiter Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dr. Marc-Daniel Moessinger, VDMA Baden-Württemberg, Projektleiter Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg
Welf Schröter, Leiter des Forum Soziale Technikgestaltung

14.20 Uhr Vortrag
Hat die Maschine eine eigene Moral?
Prof. Dr. Peter G. Kirchschläger, Leiter des Instituts für Sozialethik ISE an der Universität Luzern

14.50 Uhr Vortrag
Arbeitsvermögen und algorithmische Entscheidungssysteme
Prof. Dr. Sabine Pfeiffer, Institut für Soziologie, Lehrstuhl für Soziologie mit dem Schwerpunkt Technik – Arbeit – Gesellschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

15.20 Uhr Rückfragen zu beiden Vorträgen

15.40 Uhr Kaffeepause

16.10 Uhr Zur Diskussion gestellt
Gestaltungsmöglichkeiten algorithmischer Entscheidungssysteme im Unternehmen
Welf Schröter, Leiter des Forum Soziale Technikgestaltung, Mitbegründer der „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“

16.40 Uhr Replik I
Potenziale und Grenzen des maschinellen Lernens in produzierenden Unternehmen
Prof. Dr.-Ing. Marco Huber, Leiter des Zentrums für Cyber Cognitive Intelligence CCI, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

17.10 Uhr Replik II
Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis
Prof. Dr. Rupert Felder, Leiter Personal Heidelberger Druckmaschinen AG

17.40 Uhr Moderierte Diskussion

18.05 Uhr Zusammenfassung und Ausblick
Lukas Schleicher, VDMA Baden-Württemberg, Projektmanager Künstliche Intelligenz und Cyber-Security der Koordinierungsstelle Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg

18.15 Uhr Ende der Veranstaltung und Get-together

Die Moderation der Veranstaltung liegt in den Händen von Lukas Schleicher und Welf Schröter.

Die Veranstaltung wird zunächst als Präsenzveranstaltung in den Räumen des Hauses der Wirtschaft Stuttgart vorbereitet. Sollten sich bis zum 5. Oktober die Pandemie-Gefahren derart erhöhen, dass eine Durchführung vor Ort unverantwortlich wäre, findet die Veranstaltung online statt. Es wird dann ein Zugangslink verschickt.

Link zur Anmeldung.

 

Ist die Bezeichnung „Künstliche Intelligenz“ sinnvoll?

Im Widerstand der Alliierten gegen die Hitler-Diktatur haben sich in den vierziger Jahren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammengefunden, um durch neue Wege der Informationsverarbeitung dazu beizutragen, den Nationalsozialismus zu zerschlagen. Die heutige Debatte über die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ hat eine lange Vorgeschichte. Da sei beispielhaft an den Tübinger Biokybernetiker Prof. Dr. Valentin Braitenberg erinnert, der in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts sein Engagement für „KI“ unter anderem mit dem Verweis auf die Shoah begründete.

Doch heute findet sich außerhalb des wissenschaftlichen Diskurses eine Fülle von Marketing-Versprechungen, die dazu geeignet sind, die Ideen, die hinter dem Traum der „KI“ stehen, erheblich zu beschädigen. Da verkünden große Firmen, dass demnächst das Auto besser denken könne als der Mensch. Was für ein Menschenbild steht hinter dieser Äußerung? An anderer Stelle des allgegenwärtigen Messe-Slangs werden alte Software-Hüte aus dreißig Jahren Digitalisierung als neue Produkte eines „KI“-Marktes präsentiert. Die Expertensysteme der neunziger Jahre, die Softwareagentensysteme aus der Zeit kurz nach der Jahrtausendwende und die Schlüsselanwendungen aus dem Jahr 2011 – gemeint sind die „Cyber-Physischen Systeme“ der „Industrie 4.0“ – sind plötzlich der jüngste Schrei der „KI“. Wir sollten nüchterner und ehrlicher werden. Helfen uns neue Etiketten für alte Produkte? Was gibt es schon lange? Was ist wirklich neu?

Die vermeintliche „KI“ ist auch mit den Worten „Robotik“ oder „selbstfahrende Autos“ nicht erklärt. Die mathematische Informationsverarbeitung ist Software. Das Blech der Roboter und der Autos ist nur das Anhängsel der Software. Die vernünftige Übersetzung des amerikanisch-englischen Wortes „artificial intelligence“ lautet nicht „Künstliche Intelligenz“ sondern „Künstliche Nachbildung“. Damit kommen wir dem Thema näher.

Seien wir mutig und ehrlich zugleich. Bei der Beantwortung der Frage, was tatsächlich neu ist, finden wir zu einer selbstbewussten Haltung des Respekts gegenüber verantwortungsbewussten IT-Teams zurück. Hinter dem Marketing-Hype steckt ein tatsächlicher Fortschritt: Was wir an neuen IT-technischen Leistungen vorfinden, hat aber nichts mit Software-„Intelligenz“ zu tun. Es „denkt“ nicht, „lernt“ nicht und hat kein „Ich“. Die Leistung steckt in brillanten Lösungen auf dem Gebiet der mathematischen und mathematisierenden Informationsverarbeitung. Brillante Mathematik. Von Menschen gemacht, von Menschen gestaltbar.

Das wirklich Neue liegt in mindestens zwei Perspektiven: Neben Software als starres, sich nicht veränderndes Werkzeug tritt Software als ein sich selbst veränderndes Werkzeug. Hinzu kommt die weitreichende Öffnung der Software-Entwicklung von der Qualität der „Assistenztechnik“ hin zum Potenzial der „Delegationstechnik“ (Schröter). Somit kann eine Software die Vollmacht bekommen, hinter dem Rücken des Menschen in Echtzeit rechtsverbindliche Prozesse (Transaktionen) zu analysieren, zu steuern und zu entscheiden. Das ist wirklich neu. Aber auch diese „Delegationstechnik“ „denkt“ nicht, „lernt“ nicht, hat kein „Ich“. Es bleibt Mathematik. Allerdings in exzellenter Form. Wir benötigen diese Technik unter anderem für das Erreichen der Klimaneutralität.

Sollen wir weiterhin von „KI“ reden? Es wäre ehrlicher, etwas tiefer anzusetzen. Vielleicht hilft – als provisorische Zwischenstufe für das Weiterdenken – nachfolgende Formulierung auf der Basis langjähriger Erfahrungen aus dem „Forum Soziale Technikgestaltung“ bei arbeitsweltbezogenen Technikeinführungen:

Es geht um die soziale Gestaltung „algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungs-systeme“. Oder etwas umfänglicher ausgedrückt: Es geht um die Gestaltung „algorithmischer, sich selbst verändernder Software-Systeme für die arbeitsweltlichen Vorgänge wie Analyse, Entscheidungsvorbereitung, Prozesssteuerung und Entscheidungsvollzug im Feld der Assistenz- und Delegationstechnik“ (Schröter).

 

Rückblick auf die erste Hälfte des FST-Jubiläumsjahres 2021

Die Veranstaltungen anlässlich „Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“ vom Februar bis Juli 2021

Zusammen mit Partnerinnen und Partnern konnten in der Zeit von Februar bis Juli 2021 eine Reihe von Online-Veranstaltungen und zahlreiche Online-Vorträge anlässlich des Jubiläums „Dreißig Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“ stattfinden. Sechzehn offene Online-Abende und elf Online-Vorträge in geschlossenen Belegschaftskreisen erreichten mehrere hundert Kolleginnen und Kollegen. Im Zentrum stand ein neues Verständnis von Digitalisierung und die beabsichtigte Ausweitung der Mitbestimmung. Für letztes steht das Projekt „Der mitbestimmte Algorithmus“. Das unten angefügte pdf-Dokument zeigt einen Rückblick auf die sechzehn Anlässe.

Seit nunmehr dreißig Jahren besteht das Netzwerk „Forum Soziale Technikgestaltung“ (FST) beim DGB Baden-Württemberg. Der Schritt zur Gründung im Herbst 1991 war eine soziale Innovation. Ein horizontales Netzwerk mit ganzheitlichem Ansatz wollte und will die Gestaltungskompetenz der Frauen und Männer in Betriebs- und Personalräten, in Vertrauensleutegremien und Belegschaften stärken. Aus den 120 Gründungsbeteiligten erwuchs eine Community mit heute mehr als 4.600 Personen. Kompetent, interessengeleitet und zielgerichtet mischen sich Kolleginnen und Kollegen in die Technikentwicklung und Technikimplementierungen ein. Statt Fremdbestimmung und Entlassungen soll die Humanisierung der Arbeitswelten und die Beschäftigungssicherung mitbestimmt voran gebracht werden.

Siehe: (Rückblick_FST-Jubiläumsreihe_Februar-Juli_2021.pdf)