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Vorankündigung: Veranstaltung zum Jubiläum „35 Jahre Forum Soziale Technikgestaltung“

Posted on Mai 20 by Welf Schroeter

Es war vor 35 Jahren am 7. Oktober 1991, als das gewerkschaftsnahe und gewerkschaftliche Personen-Netzwerk „Forum Soziale Technikgestaltung“ im Stuttgarter Gewerkschaftshaus gegründet wurde.

Monika Wulf-Mathies, damalige ÖTV-Bundesvorsitzende, Walter Riester, damals Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg, Rainer Dahlem, damals Vorsitzender der GEW Baden-Württemberg, und Siegfried Pommerenke, damals Vorsitzender des DGB Baden-Württemberg, hielten als politische Paten ihren schützenden Schirm über diese Neugründung. Das Netzwerk startete mit 120 Frauen und Männern aus Betriebs- und Personalräten, aus Belegschaften und Gewerkschaften. Heute umfasst das „Forum Soziale Technikgestaltung“ (FST) mehr als 5.300 Frauen und Männer, die sich für Mitbestimmung bei der Technikeinführung einsetzen.

Initiator, Moderator und Leiter des FST ist seit 35 Jahren ehrenamtlich Welf Schröter. Am 7. Oktober 2026 soll im Rahmen einer Online-Jubiläumsveranstaltung ab 18.00 Uhr ein kleiner Blick zurück und ein großer Blick in die nahe Zukunft gewagt werden. Der bisherige FST-Leiter stellt an diesem Abend das neue mehrköpfige Leitungsteam für das FST vor. In einer Tandem-Lösung wirken alte und neue Leitung befristet zusammen, bis das neue Team die Aufgabe allein annimmt. In drei Fachvorträgen blickt das FST in die digitale und algorithmische Zukunft. Immer bestrebt, Betriebs- und Personalräte zu unterstützen. Das genaue Programm folgt.

Alle Interessierten sind zur Online-Teilnahme eingeladen. Eintritt frei. Anmeldung erbeten an: schroeter(@)talheimer.de

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Posted in Allgemein | Tagged Digitalisierung Forum Soziale Technikgestaltung Jubiläum Mitbestimmung

Ein Interventionsrecht als neuer Impuls für die Mitbestimmung

Posted on April 21 by Welf Schroeter

Kolleginnen und Kollegen kennen den Vorgang zuhauf aus der alltäglichen Praxis: Ein Vorgesetzter, eine Vorgesetzte, eine Abteilungsleitung, eine Amtsleitung ordnet die Einführung einer neuen Software für die Arbeitsabläufe an, ohne die Beschäftigtenvertretung zu informieren. Dies geschieht nicht versehentlich sondern in voller Kenntnis, dass ein solches Vorgehen die Mitbestimmungsrechte von Betriebs- bzw. Personalräten verletzt. Führungskräfte wollen Druck machen, wollen sich als starke Macher inszenieren und der Belegschaft unumwunden zeigen, wer das Sagen hat. Für Betriebsrät_innen und Personalrät_innen stellt ein derartiges Verhalten ein erhebliches Ärgernis dar. Das Arbeitsklima ist beschädigt. Vertrauen ist zerstört.

Während in einem guten Betriebsklima die Geschäftsleitung zum frühestmöglichen Zeitpunkt den Betriebsrat umfassend informiert und den Mitbestimmungsprozess auslöst, schaden die Hau-Drauf-Kulturen autoritärer Führungspersönlichkeiten nicht nur dem Miteinander sondern vor allem auch dem Ziel der Technikeinführung selbst. Technik, die ohne Mitbestimmung eingeführt wird, trifft auf Mißtrauen. Mißtrauen verlangsamt und behindert die Anwendungen neuer IT-Werkzeuge. Die Führungskraft interpretiert dies fälschlich als „Technikfeindlichkeit“. In Wirklichkeit ist ein Legitimationsverlust der Führung festzustellen. Falsche Führung behindert die Digitalisierung.

Vor diesem Hintergrund wird aus dem „Forum Soziale Technikgestaltung“ ein neuer Impuls gesetzt: Die Forderung nach einem rückwirkenden und zeitunabhängigen Interventionsrecht. Wenn Führungen an der Mitbestimmung vorbei IT-Werkzeuge implementieren, müssen Beschäftigtenvertretungen das Recht auf Intervention und das Recht auf nachträgliche und zeitunabhängige Rückabwicklung erhalten.

Wenn Führung vermeintliche Fakten schafft, muss der BR oder PR das Recht bekommen, den Vorgang zu stoppen, um die Einführung der digitalen Werkzeuge auf der Basis der Mitbestimmung neu zu starten. Dieses Recht wendet sich nicht gegen Technik, sondern gegen die rechtswidrige Art ihrer Einführung. Das Interventionsrecht als Forderung kann technische Innovationen sichern und zugleich einen mitbestimmten Wandel (Transformation) nachhaltig werden lassen. Damit wird das angestrebte Interventionsrecht auch Teil einer belastbaren Review-Praxis zwischen IT-Teams und Beschäftigtenvertretungen.

Das rückwirkende und zeitunabhängige Interventionsrecht sollte in einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung, besser noch in einer Rahmenvereinbarung, festgeschrieben werden.

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Posted in Allgemein | Tagged Betriebsrat Betriebsvereinbarung Dienstvereinbarung Forum Soziale Technikgestaltung Führung Interventionsrecht Künstliche Intelligenz Mitbestimmung Personalrat Review

Ein kleines Märchen für „KI“-Begeisterte  

Posted on März 8 by Welf Schroeter

Ein kleines Märchen für „KI“-BegeistertEs war einmal … So oder so ähnlich beginnen manche Märchen, die wir aus der Zeit unserer Kindheit kennen. Nehmen wir uns die Erzählweise eines Märchens vor, um unseren Kolleginnen und Kollegen in der Arbeitswelt nahezubringen, welche Fragen wir uns bei der Annäherung an den Begriff der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“ stellen sollten. Setzen wir uns hin und wenden wir uns einer Märchenerzählung zu:

Es war einmal vor vielen Jahren. Es ist ein sonniger Morgen. Zwei Geschwister – ein Mädchen und ein Junge – sind gerade aufgewacht. Die Eltern gratulieren dem Mädchen zu ihrem sechsten Geburtstag und dem Jungen zu seinem gleichzeitigen fünften Geburtstag. Die Überraschung ist groß, als beide hören, dass sie heute mit den Eltern einen Ausflug in ein riesengroßes Kaufhaus machen. Es ist das Kaufhaus der Phantasie. Die Eltern erklären ihren Kindern auf dem Weg dorthin, dass es sich um ein Geschäft handelt, in dem Menschen ein Fortbewegungsmittel ausleihen oder kaufen können. Das Wort „Fortbewegungsmittel“ ist neu für die Kinder. Die Eltern finden leider nicht die richtigen Sätze, um dieses Wort zu erklären. „Ihr werdet schon sehen“, lautet die knappe elterliche Parole. Vor dem Gebäude angekommen schauen das Mädchen und der Junge die Fassade des Hauses hinauf und fühlen sich ganz klein. „So ein hohes Gebäude“, denken sich beide. Neugierig gehen sie durch die sich öffnende Tür und staunen. So viele Dinge und so viele unterschiedliche Verpackungen sind da zu sehen. Die Eltern stehen etwas zögerlich hinter ihren Kindern.

Da kommt eine Verkäuferin auf die Kinder zu und fragt, was sie im Hause denn finden möchten. Das Mädchen und der Junge blicken die Verkäuferin stumm an. Nach einigen Momenten sagt das Mädchen mutig: „Wir möchten ein Fortbewegungsmittel“. Laut erklingt es aus ihrer Kehle. „Ja, ein Fortbewegungsmittel“ ruft der Junge hinterher. Die Verkäuferin stellt sich der Neugier und fragt zurück: „Ja, was für ein Fortbewegungsmittel wünscht Ihr Euch denn? Einen Roller oder ein Fahrrad, ein Auto oder ein Luftschiff, ein Flugzeug oder ein E-Bike, einen Tieflader oder einen Omnibus, einen LKW oder ein Boot, einen Hubschrauber oder einen Kinderwagen? Dies und vieles mehr sind unsere Fortbewegungsmittel. Habt Ihr schon überlegt, wofür Ihr ein Fortbewegungsmittel braucht? Zum Spielen in der Wohnung oder auf dem Spielplatz, für den Weg zum Kindergarten oder zum Einkaufen beim Bäcker? Habt Ihr Euch schon entschieden?“ – Es ist viel, was die Kinder sehen. Sie würden am liebsten alles mitnehmen. Doch nach Momenten des Nachdenkens und Wartens lächelt die Schwester ihren Bruder an und sagt entschlossen: „Lass uns heimgehen um herauszufinden, was wir wollen.“ Gesagt, getan. Beide kehren zurück nach Hause, voller Eindrücke und voller Fragen. – Hier endet das kurze Märchen.

Warum ist diese Erzählung von Bedeutung? Ersetzen wir in dem Märchen das Wort „Fortbewegungsmittel“ durch den Begriff der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“. Dabei wird deutlich, worum es geht. Es gibt nicht „das“ Fortbewegungsmittel sondern viele. Es gibt nicht „die“ „Künstliche Intelligenz“ sondern viele. Wer sich ein Fortbewegungsmittel kauft, ohne sich vorher zu überlegen, wozu es dienlich sein soll, begeht einen Fehlkauf. Wer sich „Künstliche Intelligenz“ beschafft, ohne vorher zu überlegen, wofür sie von Nutzen sein könnte, startet eine Fehlinvestition. Wer wie ein Fernseh-Showmaster über den Bildschirm huscht und etwas von „der“ „KI“ redet, hat nicht begriffen, worin die Herausforderungen bestehen. Die entscheidende Frage heißt nicht, ob man sich die sogenannte „KI“ besorgt. Die Schlüsselfragen für das Nachdenken lauten: Wofür? Und welche?

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Posted in Allgemein | Tagged Künstliche Intelligenz Märchen

Einladung zu zwei FST-Online-Einführungen in die neue Praxis eines „Moderierten Spezifikationsdialoges“ – Zwei Vorträge im Rahmen der „INQA-Aktionswochen 2025“ am 18. und 25. Sept. 2025

Posted on September 15, 2025 by Welf Schroeter

Bundesweite INQA Aktionswochen 15. – 26. September 2025
„Menschen in Arbeit – Fachkräfte in den Regionen“

In den „INQA-Aktionswochen 2025“ bietet das „Forum Soziale Technikgestaltung“ zwei Online-Beiträge an, um in den „Moderierten Spezifikationsdialog“ (MSD) als neuen Baustein der Mitbestimmung einzuführen. Die „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ wird von der Bundesregierung gefördert.

Donnerstag 18.9.2025 um 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr
Einführung von KI im Betrieb durch den moderierten Spezifikationsdialog
Online-Vortrag via Zoom samt Diskussion
Welf Schröter, Leiter des „Forum Soziale Technikgestaltung“
Anmeldung zum Erhalt des Zoom-Links bei schroeter@talheimer.de Stichwort 18-9

Donnerstag 25.9.2025 von 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr
Einführung von KI im Betrieb durch den moderierten Spezifikationsdialog
Online-Vortrag via Zoom samt Diskussion
Welf Schröter, Leiter des „Forum Soziale Technikgestaltung“
Anmeldung zum Erhalt des Zoom-Links bei schroeter@talheimer.de Stichwort 25-9

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Posted in Allgemein | Tagged INQA Moderierter Spezifikationsdialog Sogenannte "Künstliche Intelligenz"

Neuer FST-Leitfaden für Betriebs- und Personalräte zur erfolgreichen Anwendung des „Moderierten Spezifikationsdialoges“ (MSD)

Posted on September 14, 2025 by Welf Schroeter

FST-Leitfaden zur erfolgreichen Umsetzung des Mitbestimmungsformates „Moderierter SpezifikationsDialog“ („MSD“) (Dialogformat „Der mitbestimmte Algorithmus“) – Partizipation: Zwölf & Zwölf Handlungsschritte zur Vorbereitung und Durchführung des „MSD“

Das „Forum Soziale Technikgestaltung“ (FST) gibt Antworten auf die Frage: „Wie gestalten wir die sogenannte ,Künstliche Intelligenz‘?“ Ergänzend zum „FST-Mitbestimmungsplan“ und zur „FST-Checkliste“ legt die „Virtuelle FST-Arbeitsgruppe“ aus Betriebs- und Personalräten, Belegschaften und Gewerkschaften den FST-Leitfaden zur erfolgreichen Umsetzung des Mitbestimmungsformats „Moderierter Spezifikationsdialog“ (Dialogformat „Der mitbestimmte Algorithmus“) vor. Der „Moderierte Spezifikationsdialog“ („MSD“) stellt ein zusätzliches Format im Gang der Mitbestimmung dar. Der „MSD“ soll vor der Beschaffung und vor der Implementierung komplexer Software-Systeme stattfinden. Der „MSD“ basiert auf der Unterscheidung zwischen einerseits der Technik, die den Menschen unterstützt (Entscheidungshoheit liegt beim Menschen). Diese Technik trägt den Namen „Assistenztechnik“. Andererseits gibt es Technik, auf die eine Vollmacht übertragen wurde (Technik kann selbst Entscheidungen treffen). Diese Technik lässt sich als Vollmachtstechnik oder „Delegationstechnik“ bezeichnen. Für die Gestaltung der Delegationstechnik benötigt die Mitbestimmung das zusätzliche „MSD-Format“: Eine Interessenaushandlung zwischen arbeitsprozesskundigem Erfahrungswissen der Belegschaft, Arbeitgeber und technikbezogenem Wissen des IT-Teams.

  • FST-Leitfaden für Betriebs- und Personalräte zur erfolgreichen Durchführung des Formats „Moderierter Spezifikationsdialog“ (MSD) als Ergänzung der Mitbestimmungspraxis bei der Einführung sogenannter „KI“.

Der Leitfaden kann gebührenfrei als pdf-Datei heruntergeladen werden. Es ist zu empfehlen, die Seite als DIN A3-Blatt auszudrucken und an geeigneter Stelle gut sichtbar anzubringen.

Der MSD-Leitfaden stellt eine Ergänzung dar zu diesen beiden Gestaltungshilfen:

Wie wir die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ gestalten – Zusätzliche Schritte der Mitbestimmung – Ein ergänzender Mitbestimmungsplan.

FST‐Checkliste zur Einführung sogenannter „Künstlicher Intelligenz“ („KI“). 

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Posted in Allgemein | Tagged algorithmische Entscheidungssysteme Assistenztechnik Checkliste Delegationstechnik Der "mitbestimmte" Algorithmus Leitfaden Moderierter Spezifikationsdialog

Was ist ein „Moderierter Spezifikationsdialog“ und warum ist er für dieGestaltung der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“ erforderlich?

Posted on September 11, 2025 by Welf Schroeter

Für die mitbestimmte Gestaltung komplexer algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme („Delegationstechnik“) empfiehlt das „Forum Soziale Technikgestaltung“ die Einfügung des zusätzlichen Handlungsformates „Moderierter Spezifikationsdialog“ („MSD“) in den Mitbestimmungsvorgang. Die Spezifikationsdialoge sollen präzise Anforderungen an die Gestaltung algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme (sogenannte „Künstliche Intelligenz“) verbindlich formulieren, die sicherstellen, dass diese Systeme auf ihre Anwendung als Assistenztechnik beschränkt bleiben und nicht selbst rechtsverbindliche Entscheidungen über Menschen treffen.

Die Spezifikationsdialoge sollen präzise Anforderungen an die Gestaltung algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme verbindlich formulieren, die sicherstellen, dass die Nutzung dieser Systeme eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Arbeitsqualität gemäß sozialer Standards ermöglicht. Die ausgehandelten MSD-Ergebnisse werden zur Grundlage der Software-Beschaffung und der Gestaltung (Anpassung) der Software. Das Software-Team übernimmt die Aufgabe, die vereinbarten Anforderungen im algorithmischen System zu verankern.

Das MSD-Format dient dazu,
• das Erfahrungswissen der Beschäftigten auf die gleiche Augenhöhe mit dem IT-Sachwissen aufzuwerten,
• die Beschäftigten zu unterstützen, das bewusste (explizite) und das nicht-bewusste (implizite) Erfahrungswissen sprechfähig werden zu lassen,
• die Beschäftigten zu stärken, in Prozessen denken zu lernen, (Arbeitsprozesse, Arbeitsorganisation, Lieferketten etc.),
• einen Ort und einen Zeitpunkt zu schaffen, bei dem ethische, rechtliche, ökologische, ökonomische und soziale Gestaltungskriterien für die Anpassung komplexer Technik praktisch angewandt werden können,
• nicht nur über die Bedingungen der Nutzung eines IT-Werkzeuges zu sprechen, sondern Interventionen in das Werkzeug vorzubereiten,
• einen Ort und einen Zeitpunkt festzulegen, an dem software-technische Interventionen in die IT-Werkzeuge verbindlich veranlasst werden können.

Das Format „Moderierter Spezifikationsdialog“ stellt einen Anwendungsbaustein für sozialpartnerschaftliche Prozesse der Anpassung algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme an die Anforderungen von Arbeits-, Geschäfts- und Verwaltungsvorgängen dar. Diese Dialogform bildet Ort und Zeitpunkt der Anwendung von ethischen, rechtlichen und sozialen Gestaltungskriterien zur Vorbereitung der Einführung von sich selbst verändernden Delegationssystemen. Das Format wird vor der Beschaffung und vor der Implementierung von Delegationstechnik als Aushandlungsvorgang zwischen dem Arbeitgeber, dem IT-Team und der Beschäftigtenvertretung realisiert. Er wird extern moderiert.

Kennzeichnend für den „Moderierten Spezifikationsdialog“ ist die Gleichgewichtung von arbeitsweltlichem Erfahrungswissen und dem IT-Fach- und Sachwissen. Die Sozialpartner der Landeshauptstadt Stuttgart – der öffentliche Arbeitgeber und der Gesamtpersonalrat – haben in ihrer Rahmendienstvereinbarung 2022 dieses Format rechtlich formalisiert und verankert. Dafür erhielten die Stuttgarter Partner den Personalrätepreis 2022 in Silber und den „Mitbestimmungspreis“ Baden-Württemberg. Das Format MSD wurde vom „Forum Soziale Technikgestaltung“.

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Posted in Allgemein | Tagged Algorithmus Assistenztechnik Delegationstechnik Erfahrungswissen Gestaltungskriterien Moderierter Spezifikationsdialog

Eine innovative Mitbestimmungspraxis im Rahmen des BMBF-Kompetenzzentrums KARL

Posted on April 20, 2025 by Welf Schroeter

Für Betriebs- und Personalräte: Ein handlungsleitender „Mitbestimmungsplan“ des „Forum Soziale Technikgestaltung“ mit dazugehöriger „Checkliste“ zur Einführung sogenannter „Künstlicher Intelligenz“ – Wie wir den Wandel in Unternehmen und Verwaltungen gestalten können

Aus der langjährigen Praxiserfahrung des „Forum Soziale Technikgestaltung“ (FST) entstanden in Dialogen mit Frauen und Männern aus Betriebs- und Personalräten zwei neue Mitbestimmungswerkzeuge zur Einführung algorithmischer Steuerungs- und Entscheidungssysteme (sogenannte „Künstliche Intelligenz“). Die beiden Werkzeuge reagieren auf die Differenzierung komplexer IT-Systeme in „Assistenztechnik“ und „Delegationstechnik“. Beide Techniken erfordern unterschiedliche Verfahren innerhalb der Mitbestimmung. Der Mitbestimmungsweg für die Einführung von „Assistenztechnik“ verläuft anders als der Mitbestimmungsweg zur Einführung von „Delegationstechnik“.

Link zum FST-Beitrag: http://www.blog-zukunft-der-arbeit.de/wp-content/uploads/2025/04/KARL_Fuer_die_innovative_Mitbestimmungspraxis_Mitbestimmungsplan_und_Checkliste-NEU.pdf

Link zum Beitrag in KARL: https://kompetenzzentrum-karl.de/karl-angebote/mitbestimmungspraxis/

Es handelt sich um einen Beitrag des FST für das Verbundvorhaben „Kompetenzzentrum KARL – Künstliche Intelligenz für Arbeit und Lernen in der Region Karlsruhe“. Das Vorhaben KARL wird gefördert im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Zukunft der Arbeit: Regionale Kompetenzzentren der Arbeitsforschung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zum Thema „Gestaltung neuer Arbeitsformen durch Künstliche Intelligenz“.

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Posted in Allgemein | Tagged algorithmische Entscheidungssysteme Assistenztechnik Betriebsrat Delegationstechnik Forum Soziale Technikgestaltung Künstliche Intelligenz Mitbestimmung

Der mitbestimmte Algorithmus

Posted on November 29, 2024 by Welf Schroeter

Der erste Teil der Projektergebnisse des Projektes zum Thema
„Der mitbestimmte Algorithmus“ liegt online im Mitbestimmungsportal vor

Gemeinsam hatten die IG Metall Heidelberg, das Betriebsräte-Netzwerk ZIMT und das „Forum Soziale Technikgestaltung“ ein Projekt zur Frage „Wie gestalten wir die sogenannte ,Künstliche Intelligenz‘?“ durchgeführt. Gefördert wurde das Vorhaben vom Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung der Hans-Böckler-Stiftung (HBS). Im Blog-Zukunft-der-Arbeit.de wurde darüber berichtet.

Der erste Teil der Projektergebnisse liegt unter dem Titel „Der mitbestimmte Algorithmus“ vor und ist ohne Registrierung auffindbar im Mitbestimmungsportal der HBS unter: https://www.mitbestimmung.de/empfehlung/42789?code=18d28100608df6f1cebfefb6a312ca16
Der zweite Teil der Projektergebnisse wird in Bälde veröffentlicht.

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Posted in Allgemein | Tagged Betriebsrat Forum Soziale Technikgestaltung Mitbestimmung Sogenannte "Künstliche Intelligenz"

„Assistenztechnik“ und „Delegationstechnik“

Posted on September 1, 2024 by Welf Schroeter

Die vom „Forum Soziale Technikgestaltung“ eingebrachte Unterscheidung der
sogenannten „KI“ in „Assistenztechnik“ und „Delegationstechnik“ wird
Teil der Arbeitsforschung

Von Seiten des Bundesforschungsministeriums werden neue Ansätze der Arbeitsforschung zur ethischen, sozialen und rechtlichen Gestaltung der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“ gefördert. Verschiedene Kompetenzzentren sind seit mehreren Jahren aktiv. Das „Forum Soziale Technikgestaltung“ ist Partner im BMBF-Projekt KARL [Kompetenzzentrum KARL – Künstliche Intelligenz für Arbeit und Lernen in der Region Karlsruhe]. Mit Unterstützung von KARL wurden die vom „Forum Soziale Technikgestaltung“ (FST) eingebrachte Unterscheidung der sogenannten „KI“ in „Assistenztechnik“ und „Delegationstechnik“ Teil der Arbeitsforschung. Im Rahmen der Begleitforschung für die Kompetenzzentren wurde ein Glossar für „KI“-Inhalte entwickelt. Unter der Bezeichnung „CoCo – Connect & Collect“ schreibt „CoCo“: „Das Glossar Künstliche Intelligenz (KI) für die interdisziplinär vernetzte Arbeitsforschung bietet Beratenden anhand von 50 Begriffen einen verständlichen Überblick über die wichtigsten Konzepte der KI und der Arbeitsforschung.“

Bestandteil des „Glossar Künstliche Intelligenz für die interdisziplinär vernetzte Arbeitsforschung“ sind unter anderem die vom FST eingebrachten Begriffe „Assistenztechnik“, „Delegationstechnik“, „Der mitbestimmte Algorithmus“, „Moderierter Spezifikationsdialog“, „Komplexitätskompetenz“. Die im Glossar eingefügten Definitionen basieren mehrheitlich auf den Praxiserfahrungen des FST der letzten Jahre.

Glossar Künstliche Intelligenz für die interdisziplinär vernetzte Arbeitsforschung. Ein gemeinsames Produkt Regionaler Kompetenzzentren der Arbeitsforschung und des Projekts CoCo – Connect & Collect

Beispiel Definition „Delegationstechnik“ (Text des FST)

Kennzeichen der Delegationstechnik ist die softwaretechnisch entstandene Möglichkeit, einen rechtsverbindlichen Vorgang (Transaktion) auf ein IT-System zu übertragen, zu delegieren. Dabei wechselt die Handlungsträgerschaft Mensch hinüber in eine Handlungsträgerschaft autonomer Softwaresysteme. Das bevollmächtigte algorithmische System wird ermächtigt, jenseits des Menschen verbindliche Entscheidungen zu treffen. Dies unterscheidet Delegationstechnik von Assistenztechnik. Der Begriff Delegationstechnik dient heute in der Debatte über die Potentiale sogenannter Künstlicher Intelligenz zur Differenzierung der algorithmischen Anwendungen (Schröter 2019). Delegationstechnik zielt auf die Automatisierung des virtuellen Raumes und der Wertschöpfungsketten (Cernavin et al. 2018). Der Begriff wurde in dem vom Bundeswirtschaftsministerium vor rund zwei Jahrzehnten geförderte Projekt Multimedia-Arbeitsplatz der Zukunft (Weiss et al. 2003) im Rahmen des Programms Mensch-Technik-Interaktion in der Wissensgesellschaft verwendet. Er bezog sich auf die damalige Entwicklung von Softwareagenten und mobilen Agentenplattformen. Der Begriff wird zunehmend Bestandteil der sozialpartnerschaftlichen Gestaltungsprozesse in Betrieben und Verwaltungen sowie der Bildung im Bauhandwerk. Er ist Teil der Präventionsforschung und neuerer industriesoziologischer Diskurse.

Welf Schröter: Delegationstechnik. In: Dennis Richter, Christian Bernhard-Skala, Steffen Kinkel (Hrsg.): Glossar Künstliche Intelligenz für die interdisziplinär vernetzte Arbeitsforschung. 2024, S. 19.

Manfred Weiss, Christoph Busch, Welf Schröter (Hrsg.): Multimedia Arbeitsplatz der Zukunft. Assistenz und Delegation mit mobilen Softwareagenten. Mit einem Vorwort von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement. Mössingen 2003.

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Posted in Allgemein | Tagged Arbeitsforschung Arbeitsgestaltung Delegationstechnik Gestaltung Sogenannte "Künstliche Intelligenz"

Gestaltungshilfen und Videos für Teams in Kleinbetrieben und im Handwerk

Posted on Juni 5, 2024 by Welf Schroeter

FST-Unterstützung für das auf energetische Altbausanierung ausgerichtete BMAS-Projekt „WiPiA – Wissen für Prozesse im Ausbauhandwerk“

Als Partner des vom Bundesarbeitsministerium BMAS geförderten Projektes WiPiA unterstützt das „Forum Soziale Technikgestaltung“ (FST) die Stärkung der Gestaltungskompetenz von Beschäftigtenteams in Kleinbetrieben. Dazu werden zudem im WiPiA-Team zehn Video-Kurz-Filme erarbeitet. Die Erfahrungen des FST-Konzepts „Der mitbestimmte Algorithmus“ fließen ein: FST-Unterstützung für das nachhaltig auf energetische Altbausanierung ausgerichtete BMAS-Projekt „WiPiA – Wissen für Prozesse im Ausbauhandwerk“.

Ziel ist es, ein Informations- und Beratungsangebot zu den Themen Prozesssteuerung, Prozessdenken sowie Lösungen zur Digitalisierung des betrieblichen Alltags für kleine und mittlere Unternehmen im Bauhandwerk zu entwickeln. Neue digitale Technologien sollen erfahrbar gemacht werden, die dadurch sich verändernde Baustellen- sowie die Bürosituation der Betriebe in geschütztem Rahmen eines Experimentierraums erlebbar gemacht werden. Ein Schwerpunkt wird hierbei die gewerkeübergreifende Vernetzung und Kooperation der Handwerksbetriebe sein. Die meisten Fehler bei Gebäudesanierungen entstehen in Situationen, in denen mehrere Gewerke aufeinandertreffen, an den sogenannten Schnittstellen / Nahtstellen. Gründe dafür sind meist mangelnde Absprachen und fehlende Kenntnisse über die Tätigkeiten anderer Gewerke. Digitale Lösungen und Technologien haben das Potenzial, eine bessere Vernetzung und Abstimmung der einzelnen Gewerke erreichen zu können. (Aus der WiPiA-Konzeption)

Von den zehn Video-Kurzfilmen zum Nutzen der Handwerksteams sind die ersten sechs Videos bereitgestellt. Bemerkenswert ist, dass die Filme designt sind mit Hilfe generativer IT. Folgende Videos stehen bereit:

  1. Im Betrieb und auf der Baustelle
  2. Von der Unterstützungs- zur Vollmachttechnik
  3. Von Betrieb zu Betrieb – Von Gewerk zu Gewerk
  4. Das Geheimnis des „Dritten Ortes“
  5. Wenn der ChatBot sich irrt
  6. Hurra, die Software stürzt ab – Vom Nutzen des Experimentierraums

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Posted in Allgemein | Tagged algorithmische Entscheidungssysteme Assistenztechnik Ausbauhandwerk Chatbot Delegationstechnik Dritter Ort Experimentierraum Forum Soziale Technikgestaltung Gewerk Handwerk Prozessdenken WiPiA

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