20 Jahre „Arbeitswelt trifft Philosophie – Philosophie trifft Arbeitswelt“

Nach seinem kleinen Jubiläum „25 Jahre Forum Soziale Technikgestaltung (FST) 1991–2016“ konnte das FST-Netzwerk kürzlich ein weiteres kleines Jubiläum begehen: Seit zwanzig Jahren (beginnend 1997) lädt das Forum auch zu einem besonderen Workshop-Format unter dem Titel „Arbeitswelt trifft Philosophie – Philosophie trifft Arbeitswelt“ ein.

Einmal im Jahr finden sich samstagnachmittags für fünf Stunden Frauen und Männer aus Betriebs- und Personalräten, aus Betrieben und Selbstständigen zusammen, um mit Stimmen aus Philosophie, Sozialwissenschaften und Technik eher grundsätzliche Fragen zu beraten wie zum Beispiel:

Was bedeutet der philosophisch gewendete Begriff „Ungleichzeitigkeit“ von Ernst Bloch für die soziale Gestaltung der „digitalen Transformation“? Wie wirkt die Hegelsche Philosophie in unser heutiges Arbeitsverständnis hinein? Was bedeuten Selbstbestimmung und Autonomie in Philosophie und Sozialwissenschaften? Was kann davon hilfreich sein für die „Humanisierung der Arbeitswelt“? Was bedeutet die sozialpädagogische Aussage: Die Autonomie des einen Menschen ist zugleich die Autonomie des anderen? Was passiert mit dem menschlichen Subjekt im Spannungsgefüge von Realität und Virtualität, zwischen fiktiver Realität und realer Virtualität? Erleichtert dieses Spannungsgefüge die gesellschaftliche und individuelle Emanzipation oder stellt es ein wachsendes Hemmnis dar? Was kann „antizipierendes Bewusstsein“ aus der jeweiligen Perspektive von Bloch, Sartre, Adorno, Marcuse, Habermas, Gorz oder Agnes Heller bewirken?

Als Ort des lebendigen Diskurses wurde das Ernst-Bloch-Zentrum in Ludwigshafen am Rhein gewählt. Für fünf Stunden proben Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund interessengeleitet die „Anstrengung des Begriffs“. In 2018 geht es weiter.

 

Schwäbisches Prinzip Hoffnung

A Gschichd, wo koi Innovazioh in dr Hoimed meh isch, isch scho arg.

Grad hen se dr‘vo gschwätzed vo dära glaud, dr’Oddo ond s’Luisle.

Dr‘Oddo: Dr Aafang von dära Innovazioh isch, wemmr said: Do hot no koinr nix gmached.

S‘Luisle: S‘End von ällra Innovazioh isch abr scho au, wemmr älleweil nix duad.

Dr‘Oddo: Dees isch so, wia wenn do koinr koi gar koi Hofferei me hät. Des hot dr alt Bloch in Diebinga gsaid. Mr sotts halt abr zeama amol brobiera ond mache.

S‘Luisle: So ischs no au wiadr. Guck, där wo etzed hot ge schaffa ganga wella, isch no grad scho au nemme do. Oddr? Där isch wiadr drhoim, alloi. Nix hotr ofanga kenna. Sai glaud mit dära eidendidi isch weg. Verzoga. – S’isch halt nemme dees. Mit ohne nix got halt au nix.

Dr‘Oddo: So däd mr abr koi gar koi Hoimed fir dia Innovazioh in sälra glaud me kriaga. So et! – Hosch mr etzed mol so a Äpps‘le fir des Eipäd‘le odr ganga mr au hoim?

S‘Luisle: Noi, mr bleibed ond etzed fanga mr aa. Was hosch gsaid ischs Naikommewörtle? Innovazioh-viere-null? Odr et.

 

(Wer hierfür eine Dialektübersetzung möchte, öffne den Kommentar.)