„Maschinenethik“ (Teil III): Ein Versuch zur Rettung der interdisziplinären Ethik

Nach zwei deutlichen Kritiken an der aufgebrochenen Debatte über sogenannte „Maschinenethik“ soll hier aber auch ein begrüßenswerter Denkansatz gewürdigt werden. Kluge Frauen und Männer aus Sozialwissenschaften, Informatik, Neurobiologie, Philosophie und Ethik greifen das ethische Verhalten von Personen auf, die Software entwickeln und Software anwenden. Sie benutzen dabei verwirrender Weise ebenfalls das Wort „Maschinenethik“, jedoch in einem völlig anderen Sinne.

Diese Gruppe spricht sich zu Recht dafür aus, dass die Softwareentwicklung wie auch die Softwareanwendung nach ethischen und humanen Kriterien erfolgen sollen. Sie sprechen daher von der ethischen Verantwortung der Entwickelnden und der Anwendenden für die Mensch-Technik-Interaktion. Sie reden nicht von der Ethik in der Maschine sondern vom ethischen Handeln des Menschen mit Hilfe der Technik gegenüber anderen Menschen. Ethik wird dem Menschen nicht der Maschine, nicht der Software zugeordnet.

Dieser Ansatz ist außerordentlich begrüßenswert und folgt der Tradition problemorientierter Technikfolgenforschung. Soziale, ethische und humane Technikgestaltung setzt vorausschauend bereits in der Phase der Technikkonzeption (Technikgenese) an. Sie betont die „Handlungsträgerschaft Mensch“ und lehnt eine nicht-gestaltete „Handlungsträgerschaft Software-Systeme“ aus ethischen Gründen grundsätzlich ab.

Die Kontroverse um „Maschinenethik“ bedarf wie gezeigt sowohl der eindeutigen Differenzierung in unterschiedliche Ansätze wie auch der klaren, tendenzkundigen, inhaltlichen Positionierung zugunsten des Humanum.

 

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